Therapieadhärenzprogramme

Im Gegensatz zur "Compliance" (Patient macht, was ihm gesagt wird) geht das Konzept der Adhärenz davon aus, dass Patient und Arzt  sich in einem Verfahren der gemeinsamen Entscheidung (shared-decision) unter Berücksichtigung der patientenspezifischen Besonderheiten und des sozialen Kontextes des Patienten/derPatientin auf therapeutische Ziele und einen dafür geeigneten Weg verständigen. 

Geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Therapieadhärenz unterstützen diese patienteninvidiuelle Vereinbarung und die Erreichung der vereinbarten Ziele, indem sie Hindernisse der Umsetzung identifizieren und Patienten/innen gezielt bei der Überwindung dieser Hindernisse unterstützt.

Dabei sollen die gesundheitlichen, bildungsabhängigen, familiären und sozio-ökonomischen Gegebenheiten jedes Patienten/jeder Patienin beachtet werden. Eine reine „Complianceverbesserung“ ohne Berücksichtigung der patientenindividuellen Ziele halten wir nicht für erfolgversprechend und daher auch nicht empfehlenswert.

Programme zur Verbesserung der Therapieadhärenz sind in der Regel multimodal gestaltet und greifen an verschiedenen Teilen der Versorgungskette an.

Beispielsweise könnte ein Programm verständlichere und patientenfreundliche Information über mögliche anfänglich auftretende unerwüschte Arzneimittelwirkungen, Hinweise zur verbesserten Anwendung des Arzneimittels, die Zurverfügungsstellung einer Helpline und die Bereitstellung einer Smart-Phone-Applikation beinhalten. admedicum® setzt darauf, Programme möglichst gemeinsam mit betroffenen Patienten/innen zu entwickeln und zu testen, um eine möglichst hohe Effektivität sicherzustellen.