„Patient Engagement: Die Rolle des Patienten im Entwicklungsprozess der Medizintechnik“ - Ergebnisse des Workshops vom 06. Juni 2019

 

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und admedicum® Business for Patients hatten Patientenorganisationen, Medizintechnikfirmen, Ärzte und andere Gesundheitsexperten, Rehabilitations- und Forschungseinrichtungen und Verbände zu einer Tagung in Stuttgart eingeladen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Gekommen waren insgesamt 20 Teilnehmer, darunter verschiedene Leistungsanbieter aus der Medizintechnikbranche, Abteilungen des Fraunhofer Instituts, sowie zwei Patientenvertreter.

 

Im Rahmen einführender Vorträge und eines World-Cafés wurden die folgenden Fragen diskutiert:

  • Warum ist Patient Engagement so wichtig für die Gesundheitswirtschaft?
  • Welchen konkreten Mehrwert kann Patient Engagement für Patienten und die Industrie in Forschung und Entwicklung haben?
  • Welche Möglichkeiten haben die verschiedenen Stakeholder für eine erfolgreiche Einbindung der Patientensicht?
  • Welche Vorteile entstehen dadurch für Patienten?

 

Fazit

  • Kontext und genaues Verständnis des Problems sowie des Zusatznutzens der angestrebten Lösung aus Sicht des Patienten sind von entscheidender Bedeutung.
  • Entsprechende Erkenntnisse sollten strukturiert dokumentiert werden für die Nutzung im Dialog mit allen Akteuren im Gesundheitswesen.
  • Patient Engagement ist nicht nur die Befähigung von Patienten, Einfluss zu nehmen. Die frühzeitige Einbindung von Patienten bietet Medizintechnikunternehmen die Chance, durch bessere Produkte einen Marktvorsprung zu erarbeiten und darauffolgend wirtschaftliche Vorteile zu erlangen.
  • Diejenigen, die die Hilfsmittel tagtäglich nutzen, müssen in den Designprozess eingebunden werden. Nur wenn für sie ein Zugewinn entsteht, lohnt es sich zu investieren.
  • Um neue Methoden der Personalisierung im Gesundheitswesen anschaulicher darzustellen, sollten diese im ersten Schritt an einem Consumer Produkt beispielhaft dargestellt und erläutert werden.
  • Klare Prozesse und Tools (u.a. digitale) sind erforderlich und vorhanden, um eine effiziente Zusammenarbeit von Patienten und Industrie zu gewährleisten.

 

Rückmeldung und Ausblick:

  • Die Rückmeldung der Teilnehmer fiel sehr positiv aus. Inspiration, konkrete Ansatzpunkte für die Zusammenarbeit mit Patienten, sowie der Wunsch nach einer Fortführung der Tagung später im Jahr wurden häufig geäußert. Kritischer Konsens bestand dahingehend, dass im nächsten Schritt mehr Patientenvertreter teilnehmen und zu Wort kommen sollten.
  • Fraunhofer und admedicum sagten zu, eine Zusammenfassung der Tagung zu erstellen, über die Ergebnisse auf entsprechenden Konferenzen noch in 2019 zu berichten, sowie eine weitere Tagung zu planen. Dieses Arbeitstreffen soll möglichst spezifische medizin-technische Versorgungs-Themen auf der Agenda haben, an deren Verbesserung gemeinsam mit Patientenvertretern gearbeitet werden kann. Ziel sollte sein, konkrete Tagungsergebnisse zu erreichen, die in der Folge direkt in F&E einfließen können.

 

Ansprechpartner:

 

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Dr. med. Urs Schneider, Bereichsleiter Medizin- und Bioproduktionstechnik, Abteilungsleiter Biomechatronische Systeme, urs.schneider@ipa.fraunhofer.de

Jérémy Lefint, wissenschaftlicher Mitarbeiter, jeremy.lefint@ipa.fraunhofer.de

 

admedicum Business for Patients

Philipp von Gallwitz, Geschäftsführender Gesellschafter, philipp.gallwitz@admedicum.com

Sherille Veira, MedTech Partner Patient Engagement, sherille.veira@admedicum.com

 

 

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